Inhalt

Lehrgang an der FH St.Pölten bietet tolle Job-Chancen

Sie forschen für das Land Niederösterreich genauso wie für die Auto- oder Luftfahrtindustrie: die Studentinnen und Studenten des Lehrgangs Communications & Simulations-Engineering an der Fachhochschule (FH) St.Pölten.
Sie analysieren Verkehrsströme, vermessen Wirbelsäulen und nutzen das "Know-how" von Ameisen für die optimale Weitergabe von Informationen. Sie entwickeln Wasserrutschen oder Diagnose-Systeme für BMW und vieles mehr. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Es ist eine kleine Spezialtruppe, die sich um Studiengangsleiter Christian Hölzl schart. "Wir haben sehr viele Projektangebote aus der Wirtschaft, wir können gar nicht alles machen, dafür haben wir derzeit noch zu wenig Studenten", sagt Hölzl - und verrät auch den Grund dafür: Der Studiengang sei mit dem Mythos behaftet, sehr schwer zu sein. "Ich glaube das nicht", so Hölzl. "Anspruchsvoll, ja; aber wenn jemand das entsprechende Interesse und viel Neugier mitbringt, dann ist das gut zu schaffen", meint er.

Schützenhilfe erhält der Lehrgangsleiter von Studentin Klio Czirny, einer der wenigen Damen in der Truppe. Sie ist über einen Sommer-Campus für Mädchen an der FH auf den Studiengang aufmerksam geworden. "Das Fach ist total untrocken", erklärt sie, gesteht aber freilich auch ein, dass ihr Mathematik immer schon leicht gefallen ist. Jungen Kolleginnen und Kollegen rät sie, sich das Thema "Simulation" jedenfalls näher anzusehen: "Viele - auch an den HTL - wissen darüber kaum etwas oder verwechseln es mit Computeranimation."

Diese kommt freilich - in der Präsentation - ebenfalls zur Anwendung, wenn etwa die FH-Studenten, wie gerade derzeit, für das Land Niederösterreich Varianten zur optimalen Gestaltung der Nord-Süd-Hauptverkehrsachse durch St.Pölten im Zuge des Umbaus des Bahnhofes vorschlagen. "Dabei geht es um Straßenbreiten, Abbiegespuren, Ampelschaltungen, Fußgänger-Übergänge usw., die im Zusammenspiel optimiert werden sollen", erklärt Hölzl. "Der Verkehr soll möglichst flüssig, die Baukosten möglichst gering gehalten werden" - eine Thematik, die alle Autofahrer bzw. Steuerzahler gleichermaßen betrifft.

"Viele unserer Themen sind abstrakt", sagt Christian Hölzl, unterstreicht aber, dass "darauf aufbauend zahlreiche Anwendungen möglich sind". So entwickelte einer der Absolventen in einer 2006 ausgezeichneten Diplomarbeit ein neuartiges Kommunikationsprotokoll für drahtlose Sensornetzwerke, das dem Kommunikationssystem von Ameisen nachempfunden ist. Die Anwendungsgebiete reichen von der Überwachung sensibler Lebensmittel auf Containerschiffen bis zum heimischen Weingarten, wo das System beispielsweise den optimalen Zeitpunkt für die Weinlese ermitteln könnte.

Die 30 möglichen Studienplätze für den FH-Studiengang werden derzeit nur von 16 Studenten genutzt. "Für uns ideal", meint einer der Studenten, denn "es gibt kaum Konkurrenten auf dem Arbeitsmarkt". Für Studiengangsleiter Hölzl könnten es schon etwas mehr werden. "In die Computersimulation zu investieren, bedeutet in die Zukunft zu investieren. Auch in die eigene, wenn man sich für das Studium entschließt." Hölzl verweist auch darauf, dass man nicht nur als AHS- oder BHS-Maturant studieren kann, sondern auch über Studienberechtigungs- bzw. Berufsreifeprüfungen, die das Land finanziert, die Studienreife erlangen kann. Die nächsten einschlägigen Lehrgänge beginnen im April.

Web: http://www.fhstp.ac.at

Quelle: NÖ Wirtschaftspressedienst
Abgenommen durch:
Die Redaktion
Stand: 25.03.2008