Inhalt
„Keine Radikallösungen für den Domplatz“
Das Stadtoberhaupt sieht im Ergebnis der Umfrage eine „Stimmungslage der Innenstadt-besucher“, die den einzelnen Arbeitsgruppen ein Leitprogramm für die ausstehende Detailplanung sein soll. Besonders auffällig bei der Auswertung der rund 800 eingelangten Fragebögen: Eine breite Mehrheit wünscht die Berücksichtigung von Grünflächen bei einer Neugestaltung, dennoch sollten mehr als 50 Prozent der bisherigen 160 Parkflächen bestehen bleiben. 51,80 Prozent treten dafür ein, dass der Zugang zum Dom attraktiver gestaltet wird.
Bürgermeister Mag. Matthias Stadler: „Offensichtlich wünscht die Bevölkerung keine autofreie Lösung, solange die Park & Ride-Anlagen bzw. Parkhäuser beim Bahnhof nicht realisiert sind.“ Knapp 21 Prozent votierten für „Völlig Autofrei“, 66 Prozent finden dies dagegen „Unwichtig“.
Wie bisher 160 Parkplätze:
Wichtig (40,26%), Weniger Wichtig (17,73%), Unwichtig (42,01%)
50% Parkplatz / 50% gestaltete Fläche:
Wichtig (29,55%), Weniger Wichtig (21,40%), Unwichtig (49,05%)
Bis zu 50% Parkplatz / Rest gestaltete Fläche:
Wichtig (16,99%), Weniger Wichtig (22,06%), Unwichtig (60,9%)
Autofrei, aber Ladezone:
Wichtig (19,76%), Weniger Wichtig (16,94%), Unwichtig (63,30%)
Völlig Autofrei:
Wichtig (20,83%), Weniger Wichtig (13%), Unwichtig (66,17%)
Kurzparkzone soll bleiben – gegen Schranken
Über 55% ist die Beibehaltung der derzeitigen Kurzparkzone wichtig, der Einführung eines Parkschrankens – von mancher Seite erwogen – erteilte man eine klare Absage. 75 Prozent sprachen sich dagegen aus. Lediglich auf 18 der 800 ausgewerteten Fragebögen findet sich ein Hinweis auf den Wunsch nach einer Tiefgarage am St. Pöltner Domplatz, die aber ohnehin wegen der archäologischen Bodendenkmäler seitens des Bundesdenkmalamtes abgelehnt wird. Nahezu 82 Prozent wünschen sich mehr Fahrradabstellplätze.
Wochenmarkt Ja, keine Mehrheit für täglichen Markt
Für die Marktbeschicker besonders wichtig die Bewertung des Marktes am Domplatz.
Die Umfrage ergab ein klares Bekenntnis zur Beibehaltung des Wochenmarktes am Domplatz und nicht an einem anderen Platz. Ein täglicher großer Markt erscheint der Bevölkerung als nicht notwendig.
Wochenmarkt ohne Parkplätze:
Wichtig (58,36%), Weniger Wichtig (19,12%), Unwichtig (33,52%)
Wochenmarkt mit Parkplätzen:
Wichtig (39,75%), Weniger Wichtig (22,71%), Unwichtig (37,53%)
Täglich großer Markt:
Wichtig (8,19%), Weniger Wichtig (28,51%), Unwichtig (63,30%)
Dom-Zugang zu wenig attraktiv
51,80 Prozent treten dafür ein, dass der Zugang zum Dom attraktiver gestaltet wird.
Was den Domplatz-Nutzern noch wichtig ist:
- Brunnen 33%
- Schanigärten 41%
- Sitzgruppen 56%
- WC-Anlagen 72%
- Tourismus-Infotafeln 50%
- Überdachungen (26,85%)
- Imbissstand (25,53%)
- Skulpturen & Denkmäler (17,64%)
- Freiluftaltar (16,81%)
- Wasserspiele (14,41%)
Auch Omas für Eltern & Kind-Parkplätze
„Dass 85 Prozent der Domplatz-Nutzer ausreichend Papierkörbe oder 73 Prozent eine entsprechende Beleuchtung wollen, ist wohl selbstverständlich“, betont Bürgermeister Mag. Matthias Stadler. „Bemerkenswert auch die Beurteilung breiterer Eltern & Kind-Parkplätze. Diese sind auch den Omas und Opas wichtig.“ Einen Spielplatz am Domplatz halten aber lediglich 19,89 Prozent für Wichtig!
Wie steht es um die Mobilität der Domplatz-NutzerInnen?
Interessantes Detail der Auswertung:
- 53 % kommen zu Fuß in die St. Pöltner Innenstadt
- 48 % kommen motorisiert
- 30 % radeln in die City und zum Domplatz
- 10 % nützen bereits das Lup-Stadtbusnetz für ihre Einkäufe in der Stadt
Frauen zeigten mehr Interesse an der Umfrage
Was mit dem Domplatz geschieht, berührte mehrheitlich die Frauen.
- 55% kamen von Frauen (Durchschnittsalter 49 Jahre)
- 45% kamen von Männern (Durchschnittsalter 50 Jahre)
Die Einsendungen nach Stadtteilen:
- Eisberg 2,12%
- Harland 1,98%
- Innenstadt 26,72%
- Kupferbrunn 1,19%
- Nord 8,86%
- Pottenbrunn 1,72%
- Radlberg 0,40%
- Ratzersdorf 1,06%
- Spratzern 4,50%
- St. Georgen 1,59%
- Süd 14,02%
- Viehofen 3,70%
- Wagram 12,17%
- Keine Angabe 4,76%
- Bezirk St. Pölten 11,77%
Arbeitsgruppen beauftragt
„Der Domplatz muss schöner werden“, merkten mehrere BürgerInnen an. „Dies deckt sich mit unseren Zielen“, so Bürgermeister Mag. Matthias Stadler. „An den Stadtbaudirektor DI Kurt Rameis ergeht nun der Auftrag, die Stimmung der Bevölkerung mit den Zielen des Masterplanes und der Experten in den einzelnen Arbeitsgruppen zu koordinieren, einen Feinschliff zu absolvieren.“
Was die St. PöltnerInnen anmerkten
- Rund ein Viertel der ausgewerteten Fragebögen beinhaltetet die Anmerkung:
- Den Domplatz als Event-Platz mit Freilicht- oder Straßenkunstbühne zu erhalten wäre wichtig.
- Umrisse der beiden seinerzeitigen Kirchen am Domplatz durch besondere Pflasterung sichtbar machen wie am Stephansplatz in Wien. Vielleicht wäre ein Abguss des Hippolyt-Standbildes im Vatikanmuseum zu machen. Auch der Publius Aelis Hadrianus-Kopf gehört dazu.
- Dank an den Bürgermerister für die Initiative der Befragung!
- Parkplätze sollten bleiben. Hauptsächlich für Eltern mit Kindern und Senioren. Denn Senioren trauen sich nicht in eine Garage fahren. Senioren bringen und lassen Geld in der Stadt. Daher breite Parkplätze!
- Für alle Marktstandler eine einfache Tracht fände ich für den Fremdenverkehr schön.
- Ich finde es sehr gut, dass die Bevölkerung zum Umbau befragt wird. So kann ein jeder seinen Wunsch äußern und nicht im Nachhinein blöd über den Umbau reden. Es ist einmal eine Ausgabe und soll für die nächsten 850 Jahre ein schöner Platz sein.
- Warum muss alles mit „Gewalt“ verändert werden? Wer leidet unter einer Profilneurose?
- Der Dom-Eingang ist absolut unglücklich. Schöne Beleuchtung soll erhalten bleiben.
- Film am Dom und andere Veranstaltungen sollten weiter möglich sein!
- Nägel mit Köpfen machen. Klotzen, nicht Kleckern!
Die Redaktion
Stand: 23.06.2009
Deutsch