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St.Pölten ist beim Klimaschutz vorbildlich

10 überaus erfolgreiche Klimaschutz-Vorzeigeprojekte zur CO2 Reduktion
„Viele reden nur vom Klimaschutz, wir in St. Pölten setzen ihn im Rahmen unserer Möglichkeiten in die Tat um“, meinte St. Pöltens Bürgermeister Mag. Matthias Stadler bei der zusammenfassenden Präsentation der derzeit 10 wichtigsten Klimaschutzprojekte in St. Pölten anlässlich der Verleihung des Climate Stars.

Angersichts des Klimawandels werden in St. Pölten seit längerer Zeit vielfache Maßnahmen gesetzt, intensiviert und erweitert, um eine weitere Reduktion der CO2 Emissionen und eine Steigerung der Energieeffizienz zu erzielen. Mit der Verleihung des „Climate Star“ durch die Climate Alliance wird ein wichtiger Impuls gegeben, den eingeschlagenen Weg fortsetzen und entsprechende wirtschaftliche Initiativen zu setzen!

St. Pölten wurde für die initiierten Umwelt- und Klimaschutz-Aktivitäten bereits mehrfach ausgezeichnet. Die Verleihung des Climate Star ist jedoch der bisherige Höhepunkt.

St. Pöltner Klimabündnis-Vorzeigeprojekte zur CO2-Reduktion


1. Dienstfahrräder im Magistratsbereich St. Pölten
Durch die 22 Dienstfahrräder wird aufgezeigt, dass das Fahrrad im innerstädtischen
Kurzstreckenbereich schneller und kostengünstiger ist.

2. Die mechanisch biologische Abfalltrennung (MBA) in St.Pölten
Die MBA ist eine kostengünstige Trennung des Rest- und Sperrmülls in
Kunststoffe, Metalle und deponiefähige Fraktion. Eine kostengünstige und
ökologisch sinnvolle Alternative zur Müllverbrennung.

3. Förderung der boden- und umweltfreundlichen Gülleaufbringung in St.Pölten
Durch die bodennahe Gülleaufbringung mit Schleppschlauchsystem inkl.
Scheibenegge und Mengenregulierung der Gülle durch Bordcomputer.
Reduktion der Stickstoffverluste (Ammoniak) auf 7 % im Vergleich zu der
herkömmlichen Gülleaufbringung mit bis zu 70 % Stickstoffverlusten. Bei
Verwendung von nur Schleppschlauchsystem (bei Jungpflanzen) betragen die
Verluste 15 – 20 %. Durch Vermeidung der Überdüngung werden auch die
Lachgas (N2O)-, Methan (CH4) und Kohlendioxid (CO2)-Emissionen
reduziert und die Nitratwerte im Grundwasser verringert.

4. Neues Stadtbuskonzept LUP St.Pölten
Attraktivierung des öffentlichen Nahverkehrs durch integralen Taktfahrplan.
Halbstundentakt auf alle Linien, Ausbildung von Umstiegshaltestellen und
direkte Linienführung zum Zentrum (Hauptbahnhof). Einsatz von Erd-
gasbussen!

5. Neues Radverkehrskonzept St.Pölten
Durch Aufbau eines flächendeckenden, zusammenhängenden, durch-
gehenden, direkten, attraktiven und sicheren Radwegenetzes soll der Anteil
des Radverkehrs von 10 % auf 20 % angehoben werden. Das St.Pöltner
Radwegenetz umfasst 175 km.

6. Erstellung eines Windkatasters in St.Pölten
Der Windkataster St.Pölten bildet die Basis für die Errichtung von
Windkraftanlagen im Stadtgebiet. Die 15 Windkraftanlagen in St.Pölten
erzeugen 20.920 MWh (Megawattstunden) Wind“strom“ pro Jahr.
Dies entspricht dem Jahresbedarf von 6.000 Durchschnittshaushalten mit 3 – 4
Personen. Die Windkraftanlage am Wirtschaftshof erzeugt 400.000 KWh pro
Jahr, wobei 1/3 für Eigenbedarf benötigt wird.

7. Förderungen der Stadt St.Pölten zur Reduktion des Treibhauseffektes
Förderung „alternativer Energie“ (Solaranlage, Wärmepumpe, Photovoltaik),
Energieberatung für Hausbauer, Förderung der Thermografie, Förderung der
boden- und umweltfreundlichen Gülleaufbringung.
Seit 1993 wurden über 560 Solaranlagen mit einer Kollektorfläche von 5.600 m²
und seit 1996 160 Wärmepumpen mit einer Leistung von 1.220 KW gefördert.
Dadurch wurden rund 380.000 l Heizöl weniger verbraucht und 1.000.000 kg CO2
weniger emittiert.

8. Energieeinsparung im Bereich Straßenbeleuchtung
Durch Optimierung der Ein- und Ausschaltzeiten der Straßenbeleuchtung und
durch den Einbau eines energiesparenden und instandhaltungssenkenden
Leistungsreglers bei der Straßenbeleuchtung zur Senkung der Spannung von
230 Volt auf 170 – 190 Volt und durch den Einbau von energiesparenden
„safe T 5 tronic“ Leuchtstofflampen der Fa. CSE im Park & Ride Parkhaus
wird der Energieverbrauch erheblich reduziert.

9. Deponiegas-Verwertung auf der Deponie St.Pölten
Das Deponiegas der St.Pöltner Deponie mit einem Methangehalt von 54 %
wird über 26 vertikale Gasbrunnen über 4 Sammelstationen und eine
Verdichterstation aus dem Deponiekörper angesaugt und zu einem Blockheiz-
kraftwerk (Gasometer) gebracht. Seit 1999 werden aus den 250 Nm³/H
Deponiegas neben Abwärme für die Heizung der Betriebsgebäude 2.400
MWh (Megawattstunde) pro Jahr Strom erzeugt. Dies entspricht dem
Stromverbrauch von ca. 600 Durchschnittshaushalten.
Durch den geplanten Bau von horizontalen Flächenfiltern wird mit einer
Erhöhung der Deponiegasausbeute um ca. 50 % gerechnet.

10. Fernwärme neu
Ab der Heizperiode 2009/2010 werden rund 200 Gigawattstunden / Jahr über eine 31 km lange Fernwärmeleitung (längste Österreichs!) von den Kraftwerken der EVN in Dürnrohr (Müllverbrennungsanlage, Biomasseanlage, Wärmekraftwerk) nach St. Pölten geliefert. Damit werden rund 2/3 der Fernwärmeversorgung regional abgedeckt. Die erreichte Einsparung an Erdgas beträgt rund 21Mio. m³, was eine CO2 Menge von rund 25.000 t entspricht. Das Projekt liefert Versorgungssicherheit (keine Abhängigkeit von Erdgas und Heizöl) sowie die Steigerung an Energieeffizienz, verbunden mit Wirtschaftlichkeit und Klimaschutz.

St. Pölten bereits mehrfach ausgezeichnet


  • 1995: Ehrung von Minister Dr. Martin Bartenstein für die erste Stadt in Österreich mit HFCKW – Verzicht im Magistratsbereich
  • 2000: Klimabündnis – Gemeinde – Wettbewerb, Sonderpreis für Gemeinden über 10.000 Einwohner für das Projekt „Förderung der umweltfreundlichen Gülleaufbringung“
  • 2005: Klimabündnis – Gemeinde – Wettbewerb „Bodenschutz = Klimaschutz“, Anerkennungspreis für das Projekt „Umweltfreundliche und klimafreundliche Gülleaufbringung“
  • 2008 Mobilitätspreis Niederösterreich (VCÖ) für das Stadtbus-System LUP
  • 2008: Klimafrüchtefest – Ehrung für St.Pölten als eine der 12 aktivsten Klimabündnisgemeinden NÖ“
  • 2008: Auszeichnung als „klima.aktiv.mobil.“ Projekt-Partner für das Radverkehrsentwicklungskonzept
  • 2009 Climate Star für das Projekt „Fernwärme NEU“



Abgenommen durch:
Die Redaktion
Stand: 23.10.2009