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Experten analysierten die Flut

Stadler rief die Vertreter der maßgeblichen Institutionen zusammen
Am 05. August 2009 trafen sich 51 Experten, die bei den Überflutungen als Einsatzkräfte, Koordinatoren bzw. Behörden oder Institution beteiligt waren, in der St. Pöltner Feuerwehzentrale. Der Grund: Bürgermeister Mag. Matthias Stadler lud zu dem Treffen, um die Ereignisse rund um die Jahrhundertflut genau zu analysieren und zusätzliche Expertenmeinungen zu hören, welche sinnvollen und nachhaltigen Maßnahmen gesetzt werden können.

„Wir wollen die Überschwemmungen nicht nur mit den Fachleuten im Magistrat und im Krisenstab intern diskutieren,“ so Stadler, „sondern auch mit dem Kommandanten der Feuerwehren, Vertretern der Landwirtschaftskammer, der Agrarbezirksbehörde, der Wasserrechtsabteilung des Landes NÖ, des Traisenwasser-Verbandes, der EVN und der Werksbäche sowie Zivilingenieuren. Damit erhalten wir einen anderen, zusätzlichen Blickwinkel, der uns hilft, die vorhandenen Geldmittel für die Prävention von Überflutungen effizient einzusetzen.“

Stadler wies darauf hin, dass er in den fünf Jahren seiner Tätigkeit als Bürgermeister insgesamt bei vier Hochwasserereignissen und neun Starkregenfällen den Krisenstab einberufen musste. Die Intervalle verkürzen sich und es ist eine steigende Tendenz zu erkennen. Deshalb müsse man nun zügig Maßnahmen treffen, so das Stadtoberhaupt. Durchschnittlich fallen in St. Pölten pro Jahr 600 Liter Wasser pro m2, von Jahresbeginn 2009 bis Anfang August jedoch 800 Liter pro m2, davon allein 400 Liter pro m2 innerhalb von 14 Tagen im Juli! Diese Starkregenereignisse haben zu einem drastischen Anstieg des Grundwasserspiegels auf einen historischen Höchstwert geführt, wodurch es zu den Überflutungen kam.

Experten diskutierten vier Stunden
In der Diskussion legten die Fachleute ihre Sicht der Dinge dar und wiesen auf die Möglichkeit punktueller Maßnahmen hin, wobei sich jedoch die Komplexität der Problematik zeigte.

Seitens der Baudirektion wurden alle Vorschläge und Einwendungen penibel notiert. Schon heute wurde damit begonnen einen Punkt nach dem anderen abzuarbeiten. „In manchen Bereichen brauchen wir kreative Lösungen, mitunter müssen wir uns vielleicht sogar ein Ziviltechnikbüro als Partner suchen, um den Gordischen Knoten in manchen Bereichen durchlagen zu können,“ meint Stadler und fügt hinzu: „Bei allen Maßnahmen ist jedoch darauf zu achten, dass sie volkswirtschaftlich zu vertreten sind.“

Sofortmaßnahmen
Als Sofortmaßnahmen, die teilweise schon durchgeführt wurden, in Arbeit sind oder demnächst in Angriff genommen werden, sind folgende Punkte als zielführend erachtet worden:

Nadelbach:
Im Nadelbacher Becken wurde der Mariazeller-Bahn seitige Damm saniert, kleinere Schäden am Dammbauwerk wurden behoben. Der Bewuchs im Becken wird in den nächsten Wochen durch den Maschinenring gelichtet (nicht zur Gänze gerodet). Eine technische Prüfung des Beckens wurde in Auftrag gegeben. Eine Studie des Nadelbaches über technische bzw. kulturtechnische Maßnahmen zur Verbesserung der Situation ist beauftragt. Bei der Fa. Reinex wird ebenfalls versucht, die Lage zu verbessern.

Eisberg:
Die Gräben in der Neugasse, Kurashikistraße, etc. wurden geräumt.

Pottenbrunn:
Die Probleme bei Starkregen ‚am Sand‘, Neustiftgasse und Hofkellerweg, indem Schlamm von den landwirtschaftlichen Flächen zur Siedlung gelangt, wurden mit der Agrarbezirksbehörde besichtigt und die weitere Vorgangsweise festgelegt.

Allgemeines:
Die Güterwege werden saniert, beschädigte Straßenbefestigungen wurden behoben, die Oberflächenentwässerung der Straßen wurden vereinzelt adaptiert und die Grabenräumung wird weiter nach Bedarf erfolgen.

Resümee
Alle Experten waren sich einig, dass die Zusammenkunft dazu beitragen wird, dass aufgrund der Ergebnisse die Sicherheit für die Bevölkerung künftig erhöht werden kann. Sie wiesen aber auch klar darauf hin, dass es bei Unwettern keinen 100%igen Schutz geben kann. Zudem wurde auch an die Eigenverantwortung jedes Bürgers und jeder Bürgerin appelliert, selbst Vorkehrungen zu treffen und sich zu schützen.

Abschließend dankte Bürgermeister Mag. Matthias Stadler allen Einsatzkräften für ihre unermüdliche Tätigkeit und lobte die gute Zusammenarbeit mit dem Krisenstab.
Abgenommen durch:
Die Redaktion
Stand: 06.08.2009