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18.3.2010
Rathaus schult MitarbeiterInnen
In den letzten beiden Wochen wurden 17 MitarbeiterInnen des Magistrats in Fragen der Integration und der interkulturellen Kommunikation geschult. Dies ist notwendig, weil in der Verwaltung immer wieder von Personen mit Migrationshintergrund Anliegen vorgebracht werden. Im Sinne der Verwaltungseffizienz und um das Verständnis gegenüber anderen Kulturen und Auffassungen zu fördern, geht man im Rathaus neue Wege.
Als Vortragenden konnte der Leiter des Integrationsbüros im Rathaus, Mag. Michael Putzenlechner, den renommierten Ethnologen und Chefredakteur der Zeitschrift „asyl aktuell“, Dr. Herbert Langthaler, gewinnen.
Seminar in zwei Teilen
Die Fortbildungsveranstaltung für die MagistratsmitarbeiterInnen wurde in zwei Teilen durchgeführt.
Der erste Abschnitt beschäftigte sich mit den gesellschaftlich vorhandenen Bildern zum Thema Flüchtlinge und Ausländer, die schon häufig zu negativen Stereotypen erstarrt sind und mit bloßer Information nicht mehr verändert werden können. An Hand von konkreten Übungen wurde in Gruppenarbeiten nachgedacht, was die Identität einer Person ausmacht. Dazu wurden die Bilder, die man sich allgemein von "den Inländern" und "den Ausländern" macht, hinterfragt und die Auswirkungen von Vorurteilen diskutiert. Ein wesentlicher Schwerpunkt betraf die Beschäftigung mit dem Begriff „Kultur“, mit dem wir in Zeiten der weltweiten Migration ständig konfrontiert sind.
Der zweite Teil gab den TeilnehmerInnen einen Überblick zu Migration und Asyl seit 1960 und zur aktuellen Situation. Dr. Herbert Langthaler erläuterte, was an oft gehörten „Stammtisch-Parolen“, wie z.B. „Die nehmen uns die Arbeitsplätze weg“ oder „Das sind alles Sozialschmarotzer“ dran ist.
Hier einige Hintergrundinformationen von Dr. Herbert Langthaler:
„Sie nehmen uns die Arbeitsplätze weg.“
• Nicht Inländer oder Ausländer konkurrenzieren sich am Arbeitsmarkt sondern höher qualifizierte mit weniger qualifizierten.
• Sehr strenge Regeln durch das Ausländerbeschäftigungsgesetz (AuslBG)
Beschäftigungsbewilligung - Arbeitsbewilligung – Befreiungsschein. Ausländer müssen zuerst entlassen werden.
• Folge: AusländerInnen werden häufiger arbeitslos aber die Dauer der Arbeitslosigkeit ist kürzer.
• Der Bedarf an Arbeitskräften wird über Saisonierbewilligungen gedeckt.
„Sie sind Sozialschmarotzer.“
• Analysen zeigen, dass ImmigrantInnen weniger aus dem Sozialsystem heraus bekommen, als sie zu diesem beitragen.
• Vor allem wegen der Altersstruktur von Zuwanderern (Einwanderung zwischen 20 und 30 Jahren). Kosten für die Ausbildung und Familienleistungen entfallen.
• Sie zahlen sofort in das System ein und Pensionsleistungen etc. fallen erst später an und der Gegenwartswert ist viel geringer.
• Außerdem wird ein Teil der Staatsschulden auf sie abgewälzt.
Mag. Michael Putzenlechner zieht aus der Veranstaltung folgendes Resümee:
„Diese Materie betrifft alle Bereiche der städtischen Verwaltung. Ich bin sehr froh darüber, dass so viele KollegInnen Interesse an dem Thema gefunden haben und nun als Multiplikatoren das gewonnen Wissen in ihren Abteilungen weitergeben und anwenden können. Es wird heuer sicher noch eine Fortsetzung geben.“
Dr. Herbert LANGTHALER
studierte Ethnologie und Publizistik an der Universität Wien. Seit 1990 wissenschaftliche und journalistische Beschäftigung mit den Themen Flucht, Migration und Rassismus. Lehrtätigkeit an den Universitäten Klagenfurt, Wien und St. Pölten (FH). Chefredakteur von asyl aktuell, Vorstandsmitglied der Asylkoordination Österreich. Freier Journalist und Diversity-Trainer. Zahlreiche Publikationen, demnächst Herausgabe des Sammelbandes „Integration in Österreich“ (erscheint im Juni 2010).
Weitere Informationen unter www.asyl.at
FOTO (mss/Vorlaufer)
Erste Reihe: Vizebürgermeisterin Susanne Kysela, Heidi Prinz, Uwe Gaar, Ingrid Messner
Zweite Reihe: Engelbert Denk, Margot Riegler, Dr. Herbert Langthaler, Gabriele Korbula, Helga Droll, Andreas Schmidt
Dritte Reihe: Christopher Eisenhut, Michael Koppensteiner, Mag. Thomas Lösch, Mag. Michael Putzenlechner und Hasan Dogan, Rainer Eisenmann und Markus Feigl
Nicht im Bild: Susanne Reiter und Barbara Fellöcker.
Als Vortragenden konnte der Leiter des Integrationsbüros im Rathaus, Mag. Michael Putzenlechner, den renommierten Ethnologen und Chefredakteur der Zeitschrift „asyl aktuell“, Dr. Herbert Langthaler, gewinnen.
Seminar in zwei Teilen
Die Fortbildungsveranstaltung für die MagistratsmitarbeiterInnen wurde in zwei Teilen durchgeführt.
Der erste Abschnitt beschäftigte sich mit den gesellschaftlich vorhandenen Bildern zum Thema Flüchtlinge und Ausländer, die schon häufig zu negativen Stereotypen erstarrt sind und mit bloßer Information nicht mehr verändert werden können. An Hand von konkreten Übungen wurde in Gruppenarbeiten nachgedacht, was die Identität einer Person ausmacht. Dazu wurden die Bilder, die man sich allgemein von "den Inländern" und "den Ausländern" macht, hinterfragt und die Auswirkungen von Vorurteilen diskutiert. Ein wesentlicher Schwerpunkt betraf die Beschäftigung mit dem Begriff „Kultur“, mit dem wir in Zeiten der weltweiten Migration ständig konfrontiert sind.
Der zweite Teil gab den TeilnehmerInnen einen Überblick zu Migration und Asyl seit 1960 und zur aktuellen Situation. Dr. Herbert Langthaler erläuterte, was an oft gehörten „Stammtisch-Parolen“, wie z.B. „Die nehmen uns die Arbeitsplätze weg“ oder „Das sind alles Sozialschmarotzer“ dran ist.
Hier einige Hintergrundinformationen von Dr. Herbert Langthaler:
„Sie nehmen uns die Arbeitsplätze weg.“
• Nicht Inländer oder Ausländer konkurrenzieren sich am Arbeitsmarkt sondern höher qualifizierte mit weniger qualifizierten.
• Sehr strenge Regeln durch das Ausländerbeschäftigungsgesetz (AuslBG)
Beschäftigungsbewilligung - Arbeitsbewilligung – Befreiungsschein. Ausländer müssen zuerst entlassen werden.
• Folge: AusländerInnen werden häufiger arbeitslos aber die Dauer der Arbeitslosigkeit ist kürzer.
• Der Bedarf an Arbeitskräften wird über Saisonierbewilligungen gedeckt.
„Sie sind Sozialschmarotzer.“
• Analysen zeigen, dass ImmigrantInnen weniger aus dem Sozialsystem heraus bekommen, als sie zu diesem beitragen.
• Vor allem wegen der Altersstruktur von Zuwanderern (Einwanderung zwischen 20 und 30 Jahren). Kosten für die Ausbildung und Familienleistungen entfallen.
• Sie zahlen sofort in das System ein und Pensionsleistungen etc. fallen erst später an und der Gegenwartswert ist viel geringer.
• Außerdem wird ein Teil der Staatsschulden auf sie abgewälzt.
Mag. Michael Putzenlechner zieht aus der Veranstaltung folgendes Resümee:
„Diese Materie betrifft alle Bereiche der städtischen Verwaltung. Ich bin sehr froh darüber, dass so viele KollegInnen Interesse an dem Thema gefunden haben und nun als Multiplikatoren das gewonnen Wissen in ihren Abteilungen weitergeben und anwenden können. Es wird heuer sicher noch eine Fortsetzung geben.“
Dr. Herbert LANGTHALER
studierte Ethnologie und Publizistik an der Universität Wien. Seit 1990 wissenschaftliche und journalistische Beschäftigung mit den Themen Flucht, Migration und Rassismus. Lehrtätigkeit an den Universitäten Klagenfurt, Wien und St. Pölten (FH). Chefredakteur von asyl aktuell, Vorstandsmitglied der Asylkoordination Österreich. Freier Journalist und Diversity-Trainer. Zahlreiche Publikationen, demnächst Herausgabe des Sammelbandes „Integration in Österreich“ (erscheint im Juni 2010).
Weitere Informationen unter www.asyl.at
FOTO (mss/Vorlaufer)
Erste Reihe: Vizebürgermeisterin Susanne Kysela, Heidi Prinz, Uwe Gaar, Ingrid Messner
Zweite Reihe: Engelbert Denk, Margot Riegler, Dr. Herbert Langthaler, Gabriele Korbula, Helga Droll, Andreas Schmidt
Dritte Reihe: Christopher Eisenhut, Michael Koppensteiner, Mag. Thomas Lösch, Mag. Michael Putzenlechner und Hasan Dogan, Rainer Eisenmann und Markus Feigl
Nicht im Bild: Susanne Reiter und Barbara Fellöcker.
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