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Kulturelle Identität

St. Pöltner Gespräche am 08.11.

Die Stadt St. Pölten und die Oberbank laden in Kooperation mit dem Verein für den Dialog zwischen den Kulturen zur zweiten Auflage der „St. Pöltner Gespräche“ am 8. November 2018, 18.30 Uhr im Saal der Begegnung, Gewerkschaftsplatz 2.

Mit den St. Pöltner Gesprächen versucht die Stadt St. Pölten in Kooperation mit der Oberbank und dem Verein für den Dialog zwischen den Kulturen aktuelle gesellschaftliche Fragen aus den Blickwinkeln von Kulturwissenschaft und Philosophie zu reflektieren. Beim ersten Gespräch ging es um das nach wie vor brennende Thema des „Fanatismus“. Am 8. November steht nun ein Thema im Mittelpunkt des Diskurses, das Stadt und Land in den nächsten Jahren ausgiebig beschäftigen wird: Kulturelle Identität.

Die Stadt St. Pölten befindet sich mitten im Bewerbungsprozess für die Europäische Kulturhauptstadt 2024. Die Vorbereitungen zu diesem Ereignis wie auch der Umstand, im Falle der Zuerkennung ein Jahr lang im Mittelpunkt des kulturellen Interesses Europas zu stehen, wird das Selbstbewusstsein und die kulturelle Identität von Stadt und Land nachhaltig verändern.

Aber: gibt es diese kulturelle Identität überhaupt? Worin besteht sie? Ist sie erstrebenswert? Setzt sie uns nicht in einen unüberwindbaren Gegensatz zum Anderen, zu den Anderen? Die Rede von der kulturellen Identität suggeriert einen Sockel von gemeinsamen Werten und Errungenschaften, die den Bestand (und Fortbestand) einer Kultur in Abgrenzung zu anderen gewährleisten soll. Aber Kultur ist nicht und war nie statisch, fest beschreibbar, klar definierbar. Setzt Kultur nicht eine ständige Entwicklung und Weiterentwicklung ihrer eigenen Ressourcen voraus? Und bedingt eine solche lebendige Entwicklung nicht ihrerseits eine offene Begegnung mit anderen Kulturen, eine Begegnung im vollen Bewusstsein des Abstands zwischen ihnen, aus dem aber gegenseitige Befruchtung überhaupt erst erwachsen kann? Und: Ist nicht ohne eine solche Befruchtung gerade der Fortbestand jeder Kultur selbst in Gefahr?

Der Philosoph und Sinologe Prof. François Jullien sowie der Kulturwissenschaftler und Philosoph Prof. Thomas Macho werden sich in ihren Vorträgen dem Thema widmen.
Nach den beiden Referaten ist das Publikum eingeladen, bei einer Erfrischung mit den beiden Vortragenden ins Gespräch kommen.

Programm St. Pöltner Gespräche

Einführung: Botschafter a. D. Dr. Gerhard Weinberger
Vortrag 1: Prof. François Jullien, Philosoph und Sinologe, „Es gibt keine kulturelle Identität – aber wir verteidigen die Ressourcen einer Kultur“ (in französischer Sprache mit Übersetzung)
Vortrag 2: Prof. Thomas Macho, Kulturwissenschaftler und Philosoph, „Was ist kulturelle Identität?“

Um Rückmeldung bis spätestens Montag, 5. November, wird gebeten:
Tel.: +43 2742 333-2601 oder -2602; E-Mail: kultur@st-poelten.gv.at  

Über die Vortragenden

Prof. François Jullien ist ein französischer Philosoph und Sinologe. Seine Arbeit setzt zwischen chinesischem Denken und europäischer Philosophie an, aus deren unterschiedlichen Denksträngen er Distanz zum eigenen Denken gewinnt. Auf dieser neuen Sicht fußend rekonfiguriert er das Feld des Denkbaren und stellt das etablierte Selbstverständnis europäischer Vernunft und Tradition zur Debatte. Seine Publikationen wurden in etwa 25 Sprachen übersetzt, seine Professuren umspannen mehrere Kontinente.

Prof. Thomas Macho ist ein österreichischer Kulturwissenschaftler, Philosoph und Direktor des Internationalen Forschungszentrums Kulturwissenschaften in Wien. Schwerpunkte seiner Forschung sind etwa die Geschichte der Zeitrechnung und Chronologie, die Kulturgeschichte von Mensch-Tier-Beziehungen, Tod und Totenkulte, Religion in der Moderne, Geschichte der Rituale, Ästhetik des Monströsen oder Science und Fiction. Er ist Autor bzw. Herausgeber zahlreicher Publikationen und verfasst Essays und Rezensionen für namhafte Printmedien wie Die Zeit oder die Neue Züricher Zeitung.- vor allem des jeweils Anderen - führen.