Inhalt

850 Jahre Musik

Eine musikalische Reise kreuz und quer durch die Jahrhunderte – nicht chronologisch und auch nicht abschließend und vollständig, dafür aber mit Schwerpunkt auf der Beteiligung von Musikerinnen und Musikern, die entweder aus St. Pölten stammen oder in unserer Stadt leben.
-> Die Nacht - ein Stück für Akteure, Architektur und Illumination
-> Cantus Sancti Hippolyti
-> 850 Meter Musik
-> Una notte magica
-> Round Midnight ... seven steps to heaven!
-> Jörg Demus - Jubiläumskonzert
-> Violine und Klavier - Werde von Brahms, Debussy, Sengstschmid, Gompper
-> Kennen Sie Paltram?
-> Musik aus der Zeit des Jugendstils
-> Fusion of the Five Elements
-> Schubertiade
-> In Dulci Jubilo



Die Nacht – ein Stück für Akteure, Architektur und Illumination

Barockmusik und Lichtimprovisationen zum Thema Nacht – ein multimediales Gesamtkunstwerk für Barockorchester und analoge Visuals. Capella Incognita, Marcus Hufnagl (Leitung), 4shrooms (Visuals-analoge Lichtimprovisationen)
Die emotionale Gewalt der Nacht inspirierte eine ganze Reihe von Malern, Poeten und Musikern zu kolossalen Schöpfungen. So wird das Nacht-Thema auch für das Jubiläum 850 Jahre Stadtrecht aufgegriffen und für diesen Zweck als großes Gesamtkunstwerk inszeniert. Musik, Raum, Zeit und visuelle Gestaltung gehen eine einmalige Symbiose ein und verschmelzen zu einem Ganzen. Der Kreuzgang des Bistumsgebäudes bietet dafür das ideale optische und akustische Ambiente.
Werke von G. Muffat, A. Vivaldi, H. I. F. Biber, G. Ph. Telemann und Henry Purcell

8. Mai, 21 Uhr
Kreuzgang Dom
(bei Schlechtwetter in der Domkirche)
Domplatz 1



Cantus Sancti Hippolyti

Choralschola, Otto Kargl (Leitung), Ludwig Lusser (Orgel)
Seit der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts wird der heilige Hippolytus verehrt. Es verwundert daher nicht, dass die Messgesänge zum Hippolytusfest im 12. Jahrhundert, der Entstehungszeit der frühesten liturgischen Quellen des Augustiner Chorherrenstifts St. Pölten, bis auf die Anordnung des Alleluia bereits in den Texthandschriften des 8. und 9. Jahrhunderts einheitlich festgelegt waren. Davon ausgehend ergab sich abseits der Gesänge aus dem Graduale ein Freiraum, den das Mittelalter ausgiebig für sich zu nutzen verstand. Die Gottesdienste wurden durch zahlreiche freie Dichtungen bereichert, neue liturgische Texte wurden im Stil der Zeit vertont. Die Choralschola St. Pölten wird mit Domorganist Ludwig Lusser die große Alternatimpraxis, (Wechsel zwischen Choralschola und Orgel), die in der liturgischen Musik der Renaissance weit verbreitet war, aufleben lassen.

9. Mai, 20 Uhr
Alumnatskapelle
Wiener Straße 38



850 Meter Musik

Die Klangweile präsentiert eine (halbe) Klangmeile Musik: Musikerinnen und Musiker, Studierende und Ensembles der Musikschule St. Pölten machen jede Menge Meter Musik – von alt bis modern.
Ein Open-Air Musikspektakel der besonderen Art und zugleich eine Leistungsschau der St. Pöltner Musikschule. Start Kremser Gasse beim Hauptbahnhof quer durch die Innenstadt, beim Rathaus vorbei in die Schreinergasse.

12. Juni, ab 16 Uhr
Fußgängerzone
(bei Schlechtwetter am 19. Juni, ab 16 Uhr)



Una notte magica

Im schönsten Musikhof St. Pöltens mit echt mediterranem Flair Lieder der besten Cantautori zu singen (Vasco Rossi, Fabrizio de Andre, Paolo Conte, Lucio Dalla, Riccardo Cocciante, Gianmaria Testa, Zucchero und Adriano Celentano), von fantastischen Musikern begleitet (Reinhard Kieninger, Ronald Bergmayr, Werner Steueregger, Harald Rehak), von einem echten italienischen Professore moderiert (Mario Molin), von erstklassigen Weinen umspült (Vinothek Michael Haydn):Toni Wegscheiders Cosa Nostra Herz, was willst du mehr? Eben una notte magica!

21. August, 19.30 Uhr
Stadtmuseum
Innenhof
(bei Schlechtwetter
28. August, 19.30 Uhr)



Round Midnight … seven steps to heaven!

16 MusikerInnen auf der Bühne und die Jazzgeschichte im Taschenformat: Swing, Bebop und Blues. Schwarze und weiße Musik, Arrangements und Songs von Monk, Duke, Trane und Miles und B.G., der "King of swing", nimmt nach 100 Jahren wieder einmal seine Klarinette in die Hand. Der Saxophonist Ronald Bergmayr verlegt mit seinem "dream team" Chicago, Kansas City und die 52nd street in den Museumshof. Mitswing – Faktor garantiert!
Im Anschluss DJ-Line zum 100. Geburtstag von Benny Goodman und Gene Krupa mit DJ Bleuchamp (siehe auch unter "Wir feiern mit den Jubilaren").

22. August, 19.30 Uhr
Stadtmuseum
Innenhof
(bei Schlechtwetter
27. August, 19.30 Uhr)



Jörg Demus – Jubiläumskonzert

Der in St. Pölten geborene Musiker ist ein vielgefeierter Gast bei internationalen Festspielen, hat er doch schon in nahezu allen Musikzentren der Alten und der Neuen Welt konzertiert.
Viele seiner bisher 350 Schallplatten, CDs und Video-Aufnahmen wurden mit internationalen Preisen ausgezeichnet. Zahlreiche Ehrungen und Preise würdigen sein Schaffenswerk. Anlässlich seines im letzten Jahr gefeierten 80. Geburtstages kehrt der Meister für ein Konzert in seine Geburtsstadt zurück ...

4. September, 19.30 Uhr
ehemalige Synagoge



Violine und Klavier - Werke v. Brahms, Debussy, Sengstschmid, Gompper

Mit Wolfgang David (Violine) & David Gompper (Klavier)
Seit 2002 arbeitet Wolfgang David intensiv mit dem amerikanischen Pianisten und Komponisten David Gompper zusammen und konzertierte mit ihm im letzten Jahr in über 20 Konzerten in Deutschland, Italien, Estland, Kanada und den USA.
Das Konzertprogramm stellt Meisterwerke von Brahms und Debussy zwei Kompositionen der Gegenwart gegenüber, die beide für Wolfgang David geschrieben wurden: "Klangreihen-Rhapsodie" von Johann Sengstschmid und "Echoes" von David Gompper.
Wolfgang David studierte bei Rainer Küchl, Igor Ozim und Yfrah Neaman. Er war Solist führender Orchester wie dem Royal Philharmonic Orchestra, dem Johannesburg Philharmonic Orchestra oder den New York Virtuosi. Wolfgang David spielt auf einer Violine von Carlo Bergonzi, Cremona 1715, die ihm leihweise von der Österreichischen Nationalbank zur Verfügung gestellt wird.
Der in New York aufgewachsene David Gompper studierte in New York, Michigan und London Klavier und Komposition. Seit 1991 ist er Professor für Komposition und Direktor des "Center for New Music" an der University of Iowa, USA.
Weitere Informationen:
Web: www.wolfgangdavid.com
Web: www.davidgompper.com

11. September, 19.30 Uhr
ehemalige Synagoge



Kennen Sie Paltram?

"Paltram" ist nicht nur ein kleiner Ort bei Kirchstetten, sondern, vermutlich viel weniger bekannt, auch der Name des ersten in St. Pölten nachgewiesenen Juden. Die jüdische Geschichte der Stadt beginnt also vor 710 Jahren, im August 1299.
Seither lebten und wirkten hier jüdische Persönlichkeiten zum Wohl ihrer Gemeinde und der ganzen Stadt, obwohl sich Juden erst 1848 definitiv in Niederösterreich niederlassen durften. Die St. Pöltener jüdische Gemeinde, gegründet 1863, wuchs auf ca. 800 Mitglieder an, legte einen Friedhof an, baute eine prächtige Synagoge und lebte trotz des immer stärker werdenden Antisemitismus in guter Nachbarschaft mit der christlichen Bevölkerung.
Der "Anschluss" im März 1938 und die brutale Politik des Nationalsozialismus bedeuteten Beraubung, Vertreibung und schließlich die Ermordung von 310 jüdischen St. Pöltner/innen. Nur wenige Vertriebene kehrten aus ihren Fluchtländern zurück. Auch wenn die Synagoge wieder in alter Schönheit erstrahlt, beherbergt sie doch keine Gemeinde mehr.

An diesem Abend werfen wir in kurzen Beiträgen Schlaglichter auf die verschiedenen Stationen der jüdischen Geschichte St. Pöltens. Diese Zeitreise begleitet das Auturja-Trio mit jüdischer Musik aus den jeweiligen Epochen. Reiseleitung: Dr. Martha Keil und die Mitarbeiter/innen des Instituts für jüdische Geschichte Österreichs.
Es spielt das Auturja-Trio: Junko Tsuchiya (Klavier), Lukas Thenius (Violine), Taner Türker (Violoncello)

12. September, 19.30 Uhr
ehemalige Synagoge



Musik aus der Zeit des Jugendstils

"Jugendstil-Musik" ist zwar kein musikwissenschaftlicher Terminus, aber diese Bezeichnung hat viel für sich: die Parallelen zu Malerei und Architektur der Zeit sind unüberhör- und unübersehbar. Heute kann sich niemand mehr vorstellen, dass diese in üppigen grenztonalen Klängen schwelgenden Komponisten als "Neutöner" angefeindet wurden.
Das Klavierduo Theiner & Breitner hat sich vor fünfzehn Jahren formiert und sich die Aufgabe gestellt, in erster Linie zeitgenössische österreichische Musik aufzuführen.
Inzwischen haben gezählte 32 Komponisten zusammen 62 Werke für das Duo geschrieben, aber auch viele andere Werke dieser und anderer Zeitgenossen wurden nicht nur einmal und nicht nur in Österreich aufgeführt. Allerdings gibt es auch immer wieder genussvolle Ausflüge ins französisch-impressionistische, spätromantische oder ins internationale zeitgenössische Repertoire – so auch diesmal.

Im Jugendstil-Juwel der Stadt St. Pölten, der ehemaligen Synagoge, präsentiert das Klavierduo Theiner & Breitner, teils vierhändig, teils solo musizierend, Werke von Joseph Marx, Erich Wolfgang Korngold, Alban Berg, Max Reger und Richard Strauss.

19. September, 19.30 Uhr
ehemalige Synagoge



Fusion of the Five Elements

Sowohl im Mikrokosmos des menschlichen Körpers als auch im Makrokosmos des Universums ist die Zahl FÜNF eine besondere, heilige Zahl.
Die Theorie der fünf Elemente teilt relative Wirklichkeit in fünf Kategorien. Jeder dieser Kategorien entspricht ein Element. Jedes dieser Elemente – Wasser, Feuer, Erde, Luft, Metall – interagiert auf eine bestimmte Weise. Bei diesem Konzert wird versucht, durch Musik in den unterschiedlichsten Instrumentalisierungen und Stilen in archaischen Ausdrucksformen eine Verschmelzung der fünf Elemente beim Hörer zu imaginieren. Ein auditives Erlebnis – verstärkt durch Elektronik, Obertongesang und Visuals. Von und mit Helmuth Scherner.

24. September, 19.30 Uhr
ehemalige Synagoge



Schubertiade

188 Jahre nach Schuberts Aufenthalt in St. Pölten versuchen die beiden Youngster-of Arts-Preisträger Stefan Zenkl und Klaus Schuster mit einem musikalischen Abend an die ersten Schubertiaden in St. Pölten anzuschließen.
Seine ersten musikalischen Studien machte Stefan Zenkl am hiesigen Diözesankonservatorium. In der Folge studierte er an der Musikuniversität Wien und der Musikhochschule Basel. Nach ersten Erfahrungen am Opernhaus Zürich und Staatstheater Wiesbaden ist er seit 2006 Mitglied der Niedersächsischen Staatsoper Hannover. Klaus Schuster studierte Konzertfach Klavier bei Prof. Heinz Medjimorec und Violoncello Instrumentalpädagogik bei Prof. Ernst Knava an der Musikuniversität Wien. Er kann auf eine langjährige Konzerttätigkeit als Solist und Kammermusiker in ganz Europa zurückblicken.

7. Oktober, 19.30 Uhr
Rathaus
Bürgermeisterzimmer



In Dulci Jubilo

Den weihnachtlichen Abschluss der Konzertreihe gestaltet mit dem Clemencic Consort ein international zusammengesetztes Ensemble der Extraklasse für Alte Musik in variabler, programmabhängiger Besetzung unter der Leitung von René Clemencic. An der Barockgitarre der St. Pöltner Pierre Pitzl.
Der 1957 gegründete Clemencic Consort wurde und wird zu Musikfestivals in aller Welt eingeladen. Nicht nur die rege Konzerttätigkeit, sondern auch die große Anzahl von Tonträger-Aufnahmen, die teilweise auch ausgezeichnet wurden, unterstreichen die Bedeutung des Ensembles.
Werke von Chiara M. Cozzolani, C. Monteverdi, G. Carissimi, G. F. Sances, F. Couperin le Grand, F. Corbetta, J.B. Forqueray, G. F. Händel u.a...
Clemencic Consort: Radu Marian – Sopranist, Armin Gramer – Contratenor, Pierre Pitzl – Barockgitarre, Christoph Urbanetz – Viola da Gamba, René Clemencic – barockes Orgelpositiv, Cembalo, Leitung

3. Dezember, 19.30 Uhr
Franziskanerkirche
Rathausplatz



Hinweis:
Eintritt frei bei allen Konzerten dieser Reihe.
Infos unter: Tel.: +43 2742 333-2626 bzw.
Web:www.klangweile.at

Abgenommen durch:
Die Redaktion
Stand: 7.4.2009